Factoring gewinnt weltweit stark an Bedeutung

Volumen seit 2009 auf € 2.400 Milliarden verdoppelt

[A] Erik Timmermanns und Gerhard Prenner (c)
  • Großes Wachstumspotenzial für Factoring in Österreich
  • Fachtagung des Internationalen Factoringverbands IFG erstmals in Wien

© IFG; v.l.n.r.: Erik Timmermanns, Generalsekretär des internationalen Factoringsverbandes IFG und Gerhard Prenner, Vorstandsmitglied der IFG und Vorstand der Raiffeisen Factor Bank, sehen Factoring weltweit auf Wachstumskurs.


Wien, 19. Oktober 2015. Mit dem weltweiten Trend, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eines Unternehmens an einen Factor zu verkaufen, beschäftigen sich von 18. bis 21. Oktober rund 160 Teilnehmer im Rahmen einer internationalen Konferenz in Wien. Auf Einladung des internationalen Factoringverbandes IFG, der rund 160 Factoringgesellschaften aus 50 Ländern vertritt, diskutieren Experten über die Entwicklung der Branche, aber auch Herausforderungen durch regulatorische Vorgaben und die fortschreitende Digitalisierung.

Rasant wachsender Markt
In den letzten 10 Jahren hat sich der Factoring-Markt vier Mal schneller entwickelt als die Weltwirtschaft, Factoring zählt damit zu den am stärksten wachsenden Finanzierungsformen. Weltweit verdoppelte sich das Factoringvolumen in den letzten fünf Jahren auf € 2.400 Mrd. (von 2009 bis 2014), wobei rund die Hälfte davon auf europäische Länder entfällt. Die längste Factoringtradition kann Großbritannien vorweisen, das mit einer Factoringquote von 16,5 Prozent des BIP deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 10 Prozent bzw. dem weltweiten Schnitt von 4,4 Prozent liegt. Der asiatische Raum hat jedoch zu einer starken Aufholjagd angesetzt und trägt mittlerweile fast ein Drittel zum Gesamtmarkt bei.     

Hohes Wachstumspotenzial in Österreich
Gerhard Prenner, Vorstandsmitglied der IFG und Vorstand der österreichischen Raiffeisen Factor Bank, ortet auch am österreichischen Markt, dessen Factoringquote derzeit noch bei 5 Prozent gemessen am BIP liegt, Aufbruchstimmung: „Wachstumsraten der Branche von 85 Prozent in den letzten drei Jahren belegen das steigende Interesse heimischer Betriebe an Factoring. Wir sehen hier ein enormes Potenzial und wollen zum europäischen Niveau aufschließen, was eine weitere Verdoppelung des österreichischen Marktes bedeuten würde.“

Bedeutung von Factoring im Trade Finance Bereich steigt
Ausschlaggebend für den jüngsten Boom sind nicht zuletzt das steigende Kostenbewusstsein von Unternehmen und der zunehmende Bedarf an alternativen Finanzierungsformen, analysiert Erik Timmermans, Generalsekretär des Branchenverbandes IFG: „Liquiditätsmanagement, die rasche Verfügbarkeit von Finanzierungsmitteln für Wachstum und die Finanzierung von Handelsströmen haben an Bedeutung gewonnen. Factoring kann diese Anforderungen punktgenau erfüllen und liefert damit entscheidende Impulse für das Wirtschaftswachstum.“ Die rasche und unkomplizierte Bereitstellung von Liquidität erhöht vor allem in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten die Wettbewerbsfähigkeit von Klein- und Mittelbetrieben, die das Rückgrat der Volkswirtschaften bilden.

Factorsystem unterstützt den Import/Export
Eine wichtige Rolle als Instrument zur Liquiditäts- und Ausfallssicherung nimmt Factoring auch für exportierende Unternehmen ein, die sich oft mit langen Zahlungszielen konfrontiert sehen. Eine der Hauptaufgaben des Verbandes IFG ist es daher, die Rahmenbedingungen für die Etablierung des 2-Factor-Systems zu schaffen. Dabei agieren die Mitgliedsgesellschaften wechselseitig als Export und Import Factor, die das Risiko bei Auslandsgeschäften abdecken, und unterstützen so exportierende Betriebe.

Der geplante Zusammenschluss der beiden internationalen Interessenverbände IFG und FCI, die sich in den vergangenen Jahren unterschiedlichen Schwerpunkten gewidmet haben, soll vor allem Ressourcen für die Weiterentwicklung und Flexibilisierung der IT-Systeme freisetzen, denen im hochautomatisierten Factoringgeschäft eine Schlüsselrolle zukommt.

Herausforderungen durch gesetzliche Auflagen
Als Herausforderung für die Entwicklung des Marktes erweisen sich jedoch neue Regulatorien und Gesetze: „Da es sich bei Factoring nicht um klassische Bankgeschäfte handelt, passen die regulatorischen Auflagen teilweise nicht für die Factoring-Gesellschaften und sind für diese entsprechend schwer umzusetzen.“ Timmermans und Prenner wünschen sich mehr Verständnis für die Anliegen der Branche von Seiten der Regulatoren.  

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Die Raiffeisen Factor Bank AG ist die Spezialbank für Factoring innerhalb der Raiffeisen Bankengruppe Österreich und bietet maßgeschneiderte Factoringlösungen wie Inhouse Factoring, Fullhouse Factoring, Export Factoring und Supply Chain Finance an. Mehr Informationen finden Sie unter www.raiffeisen-factorbank.at.