Factoring – Exotik ist weg, Geld ist da

Dr. Johann Gneist Der in Österreich und Ungarn tätige Unternehmensberater und Wirtschaftstreuhänder Johann Gneist sieht den ehemaligen "Finanzierungsexoten" Factoring heute bereits als alltägliche und für alle Beteiligten profitable Finanzierungsform an. Er ist sicher, dass sich der Verkauf von Forderungen in Zukunft noch weiter etablieren wird.

Im Gespräch mit der Webredaktion der Raiffeisen Factor Bank meint Gneist: "Wir erleben es oft, dass Klienten auf der einen Seite vergleichsweise hohe Forderungsbestände aufweisen und auf der anderen Seite ihre Umsätze mit teuren Überbrückungskrediten finanzieren. Außerdem können die Banken aufgrund ihrer geänderten Vorschriften nicht mehr so einfach neues Kapital vergeben. Factoring ist also ein sehr gutes Mittel, um gebundenes Kapital in Liquidität umzuwandeln." Die Kosten bewegen sich im Rahmen von Kontokorrentfinanzierungen.

Alltagstauglich und mit poliertem Image 

Gneist kann sich noch gut erinnern, wie vor etwa 20 Jahren Factoring noch als "exotische" Finanzierungsform gegolten hat. Heute gilt es schon als durchaus übliches Finanzierungsinstrument. Auch vom einst angekratzten Image ("Nur Unternehmen in der Krise verkaufen ihre Forderungen") ist schon lange nichts mehr übrig. 

Dazu kommt das einfache Handling, das gerade kleineren Unternehmen sehr entgegenkommt. Gneist hat hier durchaus positive Erfahrungen gemacht: "Die Ausgangsfakturen werden periodisch elektronisch an das Factoring-Institut übermittelt und spätestens am darauffolgenden Tag ist das Geld am Konto und man kann darüber verfügen."

Kein Allheilmittel 

Für den Unternehmensberater ist Factoring zwar weder ein Allheilmittel noch ein Instrument zur langfristigen Finanzierung. Doch um die laufende kurzfristige Liquidität zu sichern, hält er es für vielseitig einsetzbar: "Wenn der Kunde zum Beispiel aufgrund einer Factoring-Vereinbarung ausreichend Liquidität hat, wird er in der Regel auch seinen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen und im Idealfall sogar Skontomöglichkeiten ausnützen. Somit kann er vergleichsweise viel Geld sparen. Der Lieferant bekommt pünktlich sein Geld und erspart sich Mahnvorgänge und den damit verbundenen zusätzlichen Verwaltungsaufwand."

Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Johann Gneist